Synonyme: Igelkopf, Kegelblume
Wissenschaftlicher Name: Echinacea pallida
Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Sonnenhut

Beschreibung

Die aus Amerika stammende Echinacea blüht von Juni bis September. Fast den ganzen Sommer hindurch verwandelt sie unsere Gärten in ein rosa und purpurfarbenes Blütenmeer. Sie wird bei uns vor allem als Zierpflanze angebaut und kann bis zu einem Meter in die Höhe wachsen. An der Spitze des Stängels sitzt eine einzige große Korbblüte, die es in sich hat. Das Spannungsverhältnis zwischen den bräunlich-orangenen Röhrenblüten und den rosa-purpurnen Randblüten kennzeichnet die eigenwillige Schönheit. In voll aufgeblühtem Zustand umgeben die 15 bis 20 schlaff herabhängenden Zungenblüten den kegelförmig aufgewölbten Blütenboden wie eine Hutkrempe. Ihre Besonderheit offenbart die Blüte des Sonnenhutes auch in ihrem erstaunlichen Duftverhalten. Zu Beginn der Blüte, wenn die Zungen der Randblüten nach oben gestreckt sind, ist das Körbchen nahezu duftlos. In voll aufgeblühtem Zustand werden die Zungen zurückgebogen und hängen etwas schlapp nach unten. Jetzt entströmt der Blüte ein feiner Honigduft, der Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten anlockt. Sobald die Scheibenblüten des Körbchens durch die fleißigen Helfer bestäubt werden, bekommt der Duft ein vanilleartiges Aroma. Besonders an windigen Tagen beansprucht das fast walnussgroße Blütenkörbchen die ganze Tragekraft des schlanken, rau behaarten Stängels.

Auch die lanzettlich geformten Laubblätter des Sonnenhutes sind stark rauhaarig. Mit seiner tief in den Boden reichenden Pfahlwurzel wächst er in Nordamerika vor allem auf dem trockenem kalkhaltigem Untergrund der Prärien und auf Sandbänken. Bei uns wird der Sonnenhut auf fast allen Gartenböden erfolgreich angepflanzt.

Heimat

Der Sonnenhut ist in Nordamerika auf den trockenen Prärien der Südstaaten von Alabama bis Texas heimisch. Auch in den lichten Laubwäldern der mittleren und östlichen Staaten der USA findet man ihn.

Inhaltsstoffe

Echinacin, ätherisches Öl, Harze, Bitterstoffe, Phytosterine, Inulin, Polysaccharide und das bakteriostatische Echinacosid.

Verwendung

In der kalten Jahreszeit spielt der Sonnenhut bei der Prophylaxe und Behandlung von Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten eine wichtige Rolle. Durch die unspezifische Stimulation des Immunsystems werden die natürlichen körpereigenen Abwehrkräfte unterstützt und gefördert. So können wir ganz unterschiedliche Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Protozoen besser abwehren. Innerlich wird Echinacea häufig zur unterstützenden Behandlung von rezidivierenden Infekten im Bereich der Atemwege und der ableitenden Harnwege eingesetzt. Unser Wissen um die medizinische Verwendung des Sonnenhutes verdanken wir zum großen Teil den Indianern Nordamerikas. Er gehörte zu ihren wichtigsten Arzneipflanzen, die sie traditionell benutzten, um fieberhafte Erkrankungen, Insektenstiche, schlecht heilende Wunden und sogar Schlangenbisse zu heilen. Ursprünglich wurde die Echinacea vor allem bei der Behandlung von offenen Wunden angewandt. Sie war bei allen entzündlich-fiebrigen Prozessen, die sich an Verletzungen anschließen, wirksam. Die Eignung des Sonnenhutes zur Wundheilung und zur Behandlung von Hautkrankheiten beruht auf seiner entzündungshemmenden, abschwellenden und antiseptischen Wirkung. Zur Teebereitung spielt der Sonnenhut praktisch keine Rolle, da er bei der Trocknung viel von seinen Inhaltsstoffen verliert.

Wissenswertes

Der wissenschaftliche Name des Sonnenhutes stammt vom Griechischen "echinos" = Igel ab und beschreibt den stachelig aussehenden Blütenkopf sehr treffend. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckten weiße Siedler in Nordamerika die Bedeutung des, von Indianern schon lange verwendeten Sonnenhutes als Heilpflanze. Der Homöopath Dr. Meyer beobachtete eine Indianerfrau, wie sie eine Echinaceapflanze zwischen Steinen zerquetschte. Sie zeigte ihm auch, wie er mit dem frischen Pflanzenbrei Wunden und Verletzungen behandeln konnte. Mit der Bezeichnung "Meyers Blutreiniger" brachte er um 1870 das weltweit erste Echinacea-Präparat im mittleren Westen der USA auf den Markt. Dabei kannte er zu Beginn nicht einmal den Namen der verwendeten Heilpflanze, die bei der Behandlung zahlreicher Beschwerden erfolgreich war. Später ließ er sie von den Lloyd-Brothers in Cincinnati, dem damals größten Anbieter pflanzlicher Drogen Nordamerikas, identifizieren. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts boomte der Verkauf von Echinacea derart, daß sie zur meist verkauften pflanzlichen Droge der USA wurde.

Die Pflanze bei WALA

Zur Gewinnung von Essenzen wird im Heilpflanzengarten der WALA Heilmittel GmbH im Juli das gesamte blühende Kraut des Sonnenhuts geerntet, im Winter die Wurzel.

Der Sonnenhut ist im Dr. Hauschka Gesichtstonikum klärend und in der Dr. Hauschka Med Akut Lippenpflege Labimint enthalten.

In WALA Arzneimitteln wird Echinacea zur Unterstützung und Behandlung von fieberhaften, entzündlichen und systemischen Prozessen, wie z.B. grippalen Infekten oder schlecht heilenden Wunden eingesetzt, z.B. WALA Calcea Wund- und Heilcreme*, Echinacea Mund- und Rachenspray*, Mundbalsam*, Majorana Vaginalgel*.

Pflichtangaben

* Pflichtangaben zu den genannten Präparaten (die Anwendungsgebiete ergeben sich aus der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis):

Calcea Wund- und Heilcreme

Mischung aus Calendula ex herba flor. Presssaft und Ethanol 96 % (1:0,33), Echinacea Ø
Lokale Behandlung von Wunden und oberflächennahen Entzündungen der Haut, bei Wundliegen (Dekubitus), zur Vorbeugung gegen Wundliegen (Dekubitusprophylaxe).

Echinacea Mund- und Rachenspray

Harmonisierung der Empfindungsorganisation im Mund-Rachen-Bereich bei akut- und chronisch-entzündlichen Veränderungen der Schleimhäute und Mandeln sowie bei lymphatischer Diathese.

Majorana Vaginalgel

Harmonisierung des Wesensgliedergefüges bei Entzündungen der weiblichen Geschlechtsorgane, z.B. Scheidenentzündung (Kolpitis), Entzündung der Schamteile (Vulvitis), Scheidenausfluss (unspezifischer Fluor).

Mundbalsam

Harmonisierung der Auf- und Abbauvorgänge bei akuten und chronisch-rezidivierenden entzündlichen Schleimhautaffektionen im Mundbereich.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage, und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.